Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.                                                  - 2. Korinther 4:17-18


Das ist mein Vers für heute, oder für die nächste Zeit - mal schauen, wie ich mich anstelle. Bzw. inwieweit Gott auf mich zukommt, denn aus mir selbst heraus kann ich nichts tun.:) Habe gerade im Gebet um Hilfe dabei gebeten, auf Jesus Christus zu schauen mit ungeteiltem Herzen. Schwärmerei im Außen schön und gut, aber mein Herz soll konkurrenzlos und unanfechtbar klar und fest Jesus Christus gehören. Ohne Kompromisse. Deshalb muss meine Zuckersucht auch aufhören. Nach Jesus allein soll mein Sehnen und Streben sich ausrichten. Das schließt anderes ja nicht aus; es geht einfach um die Prioritäten, die wir setzen. Meine Priorität ist Jesus Christus und soll Jesus Christus sein. Im reflexartigen Fühlen, Denken, Handeln. Keine halben Sachen, kein Dreiviertel, sondern ganz. Bitte, Herr, hilf mir aktiv dabei! :)

Aber darum bitte ich Gott nicht immer aus reinem Herzen, würde ich sagen. Denn ich weiß ja, dass es das Beste für mich ist, dem Herrn meine Wege anzuvertrauen - hinsichtlich meiner Harmoniesucht z.B.: Ich muss mich einfach immer "gut" fühlen. Ich denke, das wird am ehesten erreicht, wenn ich dem Plan Gottes für mein Leben folge, auch wenn dieser Plan mir anfangs vielleicht nicht immer gefallen wird. Deshalb bitte ich Jesus ja nicht aus un-egoistischen Gründen darum, dass mein Herz ganz ihm gehört, oder? Zumindest ist jetzt gerade eine insgeheime Intention dabei, wenn ich Jesus darum bitte, dass mein Herz ungeteilt bei ihm ist, denn er sagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, und alles andere wird euch hinzugefügt werden!

Was "insgeheime" (als ob Gott nicht alles viel klarer sehen würde als man selbst) Intentionen angeht - das ist mal so, mal so. Ist ja auch nicht "schlimm", oder? Solange wir ehrlich sind und Gott darum bitten, dass er unser Herz verändert zu weniger Ich-Bezogenheit und zu mehr Jesus Christus... Finde es interessant, darüber nachzudenken. Meine Herzensintention bei Worten, Taten ist mir sehr wichtig. Darüber hatte ich in einem anderen Text geschrieben - dass z.B. Handlungen, Worte oft anders beim Gegenüber ankommen, als man sie gemeint hat. Da ist es so aufmunternd (manchmal natürlich auch bestürzend und beschämend und ermahnend, je nachdem, ........) zu wissen, dass Jesus da ist, der die wahren Beweggründe genau kennt; der genau weiß, wie wir etwas meinen - was bei Menschen nunmal nicht der Fall ist, und auch gar nicht sein kann, weil der Mensch das Herz nicht sehen kann.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich`s meine.

- Psalm 139:24

Es macht mir total Spaß, wie ein Kind zu Jesus zu kommen und ihm, mitunter recht kreuz-und-quer, zu erklären, warum ich was wie denke oder tue. Dabei weiß er ja bereits genau, wie ich es meine und was ich meine - besser als ich selbst. Er kann vermutlich in weniger als einer Millisekunde erfassen, was der Kern von dem ist, was ich fühle und versuche, zu erklären. Manchmal erzähle ich glaube ich vollkommen um das herum, das ich eigentlich im Herzen meine. Kann jetzt gar kein Beispiel nennen. Wer mich kennt, weiß vielleicht in etwa, was ich meinen könnte. Jedenfalls - es tut sooo gut, mit Jesus jemanden zu haben, bei dem man einfach so ist, wie man ist, vollkommen frei und ohne den Eindruck zu haben, dass man gerade bewertet oder entwertet wird. Und auch ich selbst werte nicht, wenn ich bei Jesus bin, glaube ich. Freiheit. Allerdings ist das alles phasenweise sehr unterschiedlich bei mir. Oft komme ich nicht in den Zustand des absoluten Vertrauens, dass ich mich wirklich nicht bewertet fühle vom Vater im Himmel. Vermutlich sind es die eigenen schlechten Gedanken über sich selbst, von denen wir dann denken, dass sie von Gott kommen? 

Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
- 2. Korinther 3:17

Über den Geist des Herrn, den Heiligen Geist, haben wir die Beziehung zum Vater - Jesus sagt schließlich: "Ich bin die Tür." (Johnnes 10:9)
Und wenn dieser Geist, durch den wir die Beziehung zum Vater haben, Freiheit ist, dann erklärt sich ja von selbst, dass und warum ich mich so frei fühle, wenn ich zu Jesus gehe. Zumindest ist das mittlerweile so - seit ich um Hilfe dabei gebeten habe, die Liebe Gottes annehmen zu wollen und zu können, und Gott in all seiner Facettenvielfalt kennenlernen zu dürfen, ist einiges ins Rollen gekommen: kindliches Vertrauen mit Freude, Hingabe, Leichtigkeit haben Einzug gehalten  in die Beziehung zum Herrn. Es ist eben eine lebendige Beziehung mit Auf`s und Ab`s, eine Beziehung, die wächst in Liebe und Vertrauen zueinander, gerade durch die "Ab`s". :)

Manchmal frage ich mich schon kindlich-neugierig, was Jesus jetzt wohl über mich denkt. Er, der das große Ganze kennt - er, der das große Ganze gemacht hat, und somit auch den Plan für mein Leben. Und ob er es irgendwie hinreißend findet, wenn sein Kind vor ihm auspackt. Ich gehe dabei gern mal etwas theathlerisch und dramatisch vor, glaube ich; zumindest jetzt gerade, wo ich in einem Verknalltheits-Modus bin. Wobei das bewusste Festhalten-an-Christus ein Ausarten dieses "Modus" ausbremst - zu meinem Besten. Es wäre total interessant zu wissen, ob Gott als der liebende Vater darüber lächelt, schmunzelt oder eine Geste des Augenverdrehens macht. Oder ob er darüber zornig ist, das habe ich mich auch gefragt. Weil mein Fokus zu sehr von ihm abweicht.

Aktuell schwärme ich Jesus ziemlich von einem Mann vor, der mich sehr berührt. Irgendwie ist es so, dass er ein Herzensanliegen von mir ist, obwohl ich ihn gar nicht wirklich kenne. Diese Art von Herzensanliegen, also so, wie es sich aktuell anfühlt, kenne ich bisher irgendwie gar nicht so. Es fühlt sich anders an als sonst. Weil Gott derjenige ist, der mir diesen Menschen aufs Herz gelegt hat - das hat er mir inzwischen, einige Wochen später, offenbart..
Es hat mich oft belastet, dass ich kein ehrliches, aufrichtiges, wahrhaftiges Interesse zu einem Menschen entwickeln kann - das kann ich auch jetzt nicht! Nur, wenn Jesus Christus mit seinem Heiligen Geist & seiner Liebe dahintersteht, wird es mit seiner Hilfe möglich sein. Das hat Jesus mir sogar zugesprochen i.V.m. Sacharja 4:6:

Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr der Heerscharen.

Er hat mir zugesprochen, dass ich mit meiner menschlichen Kraft nichts erzwingen und bewirken kann. Mit "Gewalt" (hier im übertragenen Sinne gemeint) klappt es nicht. Es würde einfach nicht funktionieren. Ich bin hochgradig unfähig. Unfähiger geht wohl kaum. ;) Aber mit dem Heiligen Geist des Herrn geht es - geht alles! Denn der Herr, Gott, ist die wahre, echte, ewige Liebe. :) Mit seiner Hilfe ist nichts unmöglich.

Nachdem ich diesen Menschen dann vor einigen Tagen wiedergetroffen habe nach fast einem Jahr, kippte meine kleine Welt und drehte sich irgendwie anders als zuvor. Fast, als wäre ich jetzt eine andere Person, als wäre mein Leben jetzt ein anderes, als wäre die Welt eine andere. Da ist es wirklich hilfreich, Jesus Christus als ewigen Fels zu haben, wirklich das eigene Herz bei ihm zu bergen. Das schützt vor Illusions-Träumereien, in die meine alte Natur sich andauernd verlor. Vor allem bewahrt es davor, sein Herz an einen Menschen zu hängen, ihn womöglich auf ein Podest zu stellen und das eigene Leben von ihm abhängig zu machen - das passiert mindestens unterbewusst ziemlich schnell, zeigen meine Beobachtungen und Erfahrungen sowohl an mir selbst als auch anderen. Da kann dann ja nur ein Welt- und Lebenszusammenbruch draus hervorgehen!
Jesus Christus schenkt Erfüllung, Frieden und Freude, wenn wir ihn darum bitten; wenn er derjenige ist, den wir suchen. Er ist der einzige, bei dem wir das finden können, weil er Gott ist, unser Schöpfer und Vater, der die reine Liebe ist. Eine Schwärmerei soll nicht übermäßigen Einfluss darauf haben, wie es mir (psychisch) geht und wie ich meinen Lebensalltag geregelt bekomme. Sie kann ja da sein, aber ohne sie hochzuleben - was in meinem Fall schnell bedeuten würde, mich darin zu verlieren und jeden Lebensfokus nur noch darauf zu setzen; das ist so eine Art Reflex (gewesen, denn in Christus bin ich eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, Neues ist geworden - 2. Korinther 5:17).

Denn ich möchte Gott die Ehre geben mit meinem Leben. Dazu hat eine nicht-gläubige Freundin aus der Spiritualität mir sogar heute Morgen ein Bibelvers-Bild geschickt:

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!
- 1. Korinther 10:31

So isses. Wenn wir Gott von Herzen die Ehre geben, springt dabei sowieso auch das glücklichste Leben für uns selbst heraus - da bin ich wieder bei dem Thema "egoistische Hintergrund-Intention". In Sachen Egoismus wird Jesus noch sehr viel an mir arbeiten müssen, weil meine Harmoniesucht Egoismus so krass verstärkt. Wobei ich durchaus denke und fühle, dass ich Jesus Christus auch ehrlich um seiner selbst willen suche; heute so, morgen so. Dennoch - Harmoniesucht = mein "etwas"-nicht-aushalten-können & mich-jetzt-gut-fühlen-müssen fördert Egoismus (und essen-essen-essen) extrem.

Niemand suche das Seine, sondern das des anderen.
- 1. Korinther 10:24

Diese Einstellung sollen wir ja im Allgemeinen anstreben, unabhängig von Gefühlen und Umständen, gegenüber eines jeden Menschen. :) Mit dem Geist Jesu Christi werden wir das bewerkstelligen können, nur mit ihm. Bitte, Herr Jesus, werde du groß in uns und schenke uns deine Liebe für alle Menschen! Lasse uns die Menschen mit deinen liebenden Augen sehen und entsprechend handeln. :)

Naja - ist ja auch alles menschlich, das mit den egoistischen Hintergedanken beim Suchen Jesu Christi - Jesus Christus ist nun einmal Freiheit. Deshalb ist es gar nicht soo abwegig, mit einer entsprechenden Hintergedanken-Intention zu ihm hinzustreben, und wenn sie nur unbewusst ist. Menschen lieben Freiheit, oder? Raum & Weite. Freiheit im Innen & Außen. Ich jedenfalls schon. Das war meine tiefe Sehnsucht, der die Welt einfach nicht begegnen konnte. Dann kam (scheinbar) unverhofft Jesus Christus um die Ecke, den ich zunächst "gar nicht wollte" und weggestoßen habe - und schenkt mir irgendwie alles, wonach ich immer gesucht habe. :) Was genau Freiheit für mich ist, darüber werde ich auch mal schreiben. :) Was bedeutet Freiheit für dich? Fakt ist: Jesus macht frei, jeden individuell!

Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu dem, der das Haupt ist, Christus.
- Epheser 4:15

In allem hinwachsen zu dem, der das Haupt ist, yes! Christus. :) Das ist eine Beschäftigung, die wirklich eeendlich mal Sinn macht. Als jemand, der vergeblich den Sinn in dieser Welt gesucht hat, erfüllt es mich mit wirklich außergewöhnlich erleichternder Freude, jetzt Jesus Christus kennen und ihm nachfolgen zu dürfen. Nachhaltig & ehrlich ist in dieser Welt keine Sinnhaftigkeit zu finden; dieses Bewusstsein und das zerrüttende Spüren von diesem nagte lange schwer an mir, bevor dann die Wahrheit in Christus mir begegnete und offenbarte, dass und warum die Welt tatsächlich so sinnlos ist. Vergänglichkeit über Vergänglichkeit (siehe meinen Text > Nichtigkeit der Nichtigkeiten - die Welt <).
Um noch einmal die Überschrift aufzugreifen:

Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.
- 2. Korinther 4:17-18

Hier in der Welt haben wir Bedrängnis; jeder früher oder später in irgendeiner Weise. (Chronische) Krankheiten psychischer und physischer Art, Süchte, Zurückweisung, Trennung / Ehescheidung, Verlust eines geliebten Menschen oder eines Arbeitsplatzes, finanzielle Nöte, Einsamkeit, Ängste, Phobien, Essstörungen, Depressionen, whatever. Auch in solchen Situationen möchte ich mir nicht mehr vorstellen, wie es ist, ohne dem ewigen Fels & Licht Jesus Christus in dieser Welt zu sein, der seinen Kindern jederzeit unterstützend und helfend mit seinem Frieden zur Seite steht, egal, wie die äußeren Umstände sein mögen. Mit Jesus hört das Alleinsein auf! Ein sehr zutraulich-zusprechender Satz von Jesus lautet:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr Frieden in mir habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.
- Johannes 16:33

Ein meeeega Wort spricht der Herr Jesus da. Er ist mit Bedrängnissen dieser Welt vertraut - im Text "Gethsemane" habe ich ein wenig darüber geschrieben. Jesus kann den Menschen in seinen verschiedenen persönlichen Nöten verstehen, er fühlt mit uns. Und ich bemerke gerade, dass Jesus wirklich da ist, um seinen Frieden und seine Ruhe und seine Erbauung zu schenken, wenn man mit seinen Sorgen, seinem Kummer zu ihm kommt. In gewissen "Akutsituationen" steht man wieder vor der Entscheidung, die Realität des Wortes Gottes anzunehemen oder nicht. Stumpf danach zu handeln, was die Bibel sagt, entschlossen darauf vertrauen, was Gott in seinem Wort verspricht.

Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit; aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.
- Jesus Christus in Johannes 16:22

Wir werden den Herrn Jesus sehen, und er wird uns mit einer Freude segnen, die tief & echt, echt, echt im Herzen ist, die bleibend ist!
Und Freude schenkt Jesus uns auch im Jetzt. Es ist eine Entscheidung, auf Jesus Christus zu schauen. Klar gelingt das mal mehr, mal weniger einfach und ist auch leicht gesagt, wenn man nicht in einer Akutsituation ist. Das ändert aber nichts daran, dass diese Entscheidungsgewalt auf unserer Seite vorliegt. Z.B. können wir jederzeit die Entscheidung treffen, ins Gebet zu unserem Herrn Jesus zu gehen. Ihn im Gebet zu bitten, ob er uns mit seinem Heiligen Geist dabei hilft, unser Herz ganz allein auf ihn auszurichten anstatt auf das, was uns in dieser Welt gerade umtreibt.

Herr Jesus, bitte hilf mir dabei, dass DU auf dem Thron meines Lebens sitzt. Dass DU derjenige bist, nach dem mein Herz sich verzehrt. Dass DU derjenige bist, der in meinem Leben groß wird. Dass DU die unanfechtbare Nummer Eins in meinem Leben bist. Bitte hilf mir dabei, dass ich das, was ich gerade schreibe, von Herzen aufrichtig meine, denn ich merke, dass ich es gerade nicht ehrlich meinen kann, weil mein eigener Wille so stark und widerspenstig ist und halt gerade etwas anderes möchte.
Ähnliches habe ich heute Morgen ins Gebet gebracht.

Aber ich kenne auch Situationen, in denen sogar das einfach nicht geht (vermeintlich). Also dieses Beten. Irgendwie gefühlt-unmöglich. Das war in Völlereiphasen der Fall, oder wenn generell irgendwie Trauer, Kummer, Melancholie vorherrschten. Es war irgendwie ein Prozess, dass sich das geändert hat. Sehr wichtig war, dass ich es mir zur Gewohnheit machte, morgens auf jeden Fall ins Gebet zu gehen - offiziell auf die Knie. Konsequent jeden Morgen mache ich es nicht, aber so gut wie. Es ist so krass und immer wieder aufs Neue faszinierend, was so ein scheinbar-unscheinbares Gebet in einem gegenwärtigen Gemüts-Zustand bewegen kann. Manchmal weiß ich gar nicht, was ich sagen möchte. Dann bete ich das Vaterunser und versuche danach, einfach irgendwas zu sagen, und wenn es mit > Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll < beginnt, ist das auch kein Ding. Und dann kann es vorkommen, dass plötzlich automatisch ziemlich viele Gedankenregungen ans Licht kommen, die ich mit dem Vater teilen möchte. Die waren vorher gar nicht da. Wie beim Schreiben ergibt sich der Flow einfach so spontan. Hilfreich ist auch, den Heiligen Geist zu bitten, dass er die Führung übernimmt. Und dann wiederum ist es manchmal so, da schaffe ich es gar nicht, in Ruhe das Vaterunser zu beten, weil so viel auf dem Herzen ist, das ich sofort loswerden möchte. Dabei bin ich mir unsicher, ob es gut ist, wenn es aus mir heraussprudelt, also wenn ich alle möglichen Gedanken Gott hinlege. Meine Erfahrung zeigt: Ja, denn Gott antwortet auf meine Gebete und schenkt mir in und nach der Gebetszeit sanfte, helle Freude, Seelenruhe und Aufmunterung und vertrauensvolles Aufgehoben-nicht-allein-sein.

Einerseits heißt es im Wort, dass wir alle unsere Sorge auf ihn werfen und allezeit in Gebet verbringen sollen (auch als Schutz vor Anfechtungen des Bösen), andererseits sagt Jesus in Matthäus 6:5-8

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn weg. Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und wenn du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.
Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.

Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe er ihn bittet. Ja, aber ich mache die Erfahrung, dass er sich freut, wenn wir unsere Anliegen auch mit ihm besprechen, vor ihm ausbreiten, sie freien Herzens mit ihm teilen; wenn wir als ersten Ansprechpartner bei egal-was ihn wählen. Dass er sich genau das sogar wünscht; denn er hat uns erschaffen, damit wir in Gemeinschaft miteinander leben können. Unsere Sünde trennt uns aber von Gott, der heilig ist und somit keine Gemeinschaft mit uns haben kann. Um so eine Beziehung wieder zu ermöglichen, ist Jesus zu uns auf die Erde gekommen, um am Kreuz von Golgatha für unsere Schuld zu sterben, wodurch für jeden, der das annimmt, die Verbindung zu Gott wieder möglich ist.

Was den Vers > Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihrer vielen Worte willen erhört werden > angeht: Ich habe von Ex-Esoterikern gehört, dass dieser Vers (u.a.) auf das Wiederholen von Mantren bezogen sein könnte. Beispielsweise ist 108 eine beliebte Wiederholungszahl. Es gibt Menschen, die beten mehrmals täglich immer dasselbe Mantra, wiederholen immer dieselben Worte und sind dabei leider der Überzeugung, dass es ihnen etwas Gutes einbringen wird - dass es sie näher zur "Erleuchtung" und somit näher zur "göttlichen Quelle" bringt oder so. Naja, wie dem auch sei - das ist nicht mein Themengebiet, über das ich näher schreiben soll oder könnte. Es gibt diverse Menschen, die nach u.a. 30 Jahren Erfahrung in der Spiritualitäts-Szene vom Herrn Jesus Christus daraus befreit wurden. Die können ausführlich und mit tiefer Kenntnis darüber berichten, was es mit dem ganzen Lügenkonstrukt auf sich hat und dabei die Wahrheit Gottes anhand seines Wortes mit einbringen (z.B. der Youtube-Kanal "Jesus statt Yoga").

Abschließend möchte ich den Fokus nochmal darauf legen, einfach auf Christus zu schauen - auf den ewigen Fels, der uns Halt gibt in unseren persönlichen Sturmsituationen. Auch, wenn man ihn nicht fühlt oder Widerstand hat, versuchen, zum Vater zu gehen, um Hilfe zu bitten - stumpf das zu machen, was die Schrift uns rät. Jesus weist uns mit seinem Wort den Weg. Für mich persönlich heißt das gerade: Emotional bedingten Unwillen beiseite und stumpf-hartnäckig auf das Unsichtbare schauen, nicht auf das Sichtbare. Auf Jesus schauen. In sein Wort gehen, Psalme und Verse abschreiben und bei z.B. Whatsapp teilen. Lobpreis singen / anhören. Beten, Gemeinschaft haben. Gefühle, Gedanken, Sorgen mit Jesus teilen und beim Wort nennen. Das bringt unglaubliche Erleichterung und ehe man sich es versieht, ist da plötzlich die zuversichtliche Freude und Ruhe im Herrn im Herzen, die am Morgen noch fehlte. Dieses Festhalten am Herrn, das Harren auf Jesus ist superwichtig, weil sonst Melancholie, belastende Sinnlosigkeits- und Katastrophen-Welteinbruchs-Empfindungen und Drama das Ruder übernehmen könnten.

Herr Jesus Christus,
für jeden Einzelnen, der diese Zeilen liest, möchte ich bitten, dass du ihn oder sie mit einem ungeteilten Herzen für dich, den lebendigen Gott & Schöpfer und Vater, segnest. Ganz nach dem Psalm 63 (Verse 1-9):

Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.
Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.
So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.
So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben. Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann; wenn ich mich zu Bett lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.
Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

Es gibt Zeiten und Tage und Momente, da fühle ich diesen Psalm Davids sooooo doll mit. Und dann gibt es Zeiten und Tage und Momente, da bin ich total abgekapselt von alldem, was er da schreibt. Kennst du das?
Den Herrn mit sehnsüchtigem, hingebungsvollem, freudigem Herzen  loben und preisen, auch, wenn ich lebens-situativ (gibt es das Wort?!) in einer Wüste ohne Wasser sein sollte - das ist ein Ziel! Denn der Herr ist derselbe, immer. Damals, heute, in Ewigkeit. Egal, wie eine Situation ausschauen mag - Gott ist gut. :) Denn:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.

- Römer 8:28